Für die Mannschaft eine Selbstverständlichkeit, für ander wohl etwas Besonderes. Da Giebelstadt im Spiel gegen unsere weibl. B-Jugend nur 6 Spieler hatte, wurde auch nur 6 gegen 6 gespielt. Für diese kleine Geste der fairen Sportlichkeit bedankte sich das Giebelstädter Team via Facebook bei der Mannschaft. Die Reaktionen war so positiv, dass sogar die Mainpost einen Artikel verfasste. Ein schönes Zeichen in der Adventszeit!

Trainerin Franziska

Wenn sich der Gegner via Facebook bedankt

Wer in Überzahl agiert – noch dazu über eine komplette Partie hinweg – der hat im Mannschaftssport einen eindeutigen Vorteil. So auch im Handball, wo für gewöhnlich sieben Akteure gegeneinander antreten. Doch die weibliche B-Jugend der TG Höchberg hat in einem regulären Bezirksliga-Match bei der SpVgg Giebelstadt dieses Plus freiwillig aufgegeben. „Deren Trainer hat mich schon unter der Woche darüber informiert, dass sie nur mit fünf Feldspielerinnen auflaufen können“, berichtet TGH-Übungsleiterin Franziska Rumpel. „Er hat dabei aber keinerlei Forderungen an uns gestellt.“ Die Studentin der Sonderpädagogik auf Lehramt zog daraus dennoch den fairstmöglichen Schluss: „Wir spielen auch nur zu fünft.“

Natürlich musste sie sich noch die Zustimmung der Trainerkolleginnen Carola Vogel und Marie Lannig sowie ihrer Mannschaft einholen. „Doch da gab‘s keinerlei Widerstand“, betont Rumpel. Also traten die Höchbergerinnen beim einen Rang schlechter platzierten Konkurrenten in Giebelstadt durchgängig zu sechst inklusive Torfrau an – auch dann noch, als sich zwei Leistungsträgerinnen verletzten und sich eine Niederlage abzeichnete, die mit 11:19 dann auch recht deutlich ausfiel. „Es kam für uns nicht in Frage, währenddessen aufzustocken“, sagt die 27-Jährige, die selbst Handball in der Bezirksoberliga spielt.

Dieses vorbildliche Verhalten nahm Giebelstadts Coach Ulf Drescher zum Anlass, um einen öffentlichen Facebook-Post auf der TGH-Seite zu formulieren. Darin schrieb er unter anderem: „Es ist/war keine Selbstverständlichkeit, dass ihr, aufgrund unseres Personalmangels ebenfalls nur mit fünf Feldspielern spielt und es auch, als sich eine Niederlage für euch abzeichnete, bis zum Schluss durchzieht.“ Ein großer Trumpf der Höchbergerinnen, die teilweise seit Mini-Zeiten zusammenspielen, ist der Teamgeist, der auch eine solche Situation leichter überstehen lässt.

„In diesem Jahr organisieren die Mädels zum ersten Mal selbst ihre Weihnachtsfeier. Immerhin sind wir Trainer noch miteingeladen“, sagt Rumpel mit einem Augenzwinkern. Bereits an diesem Freitagabend steht für die weibliche TGH-Jugend, die überwiegend aus Jahrgangsjüngeren besteht, ein besonderes Schmankerl an. Gemeinsam besuchen die Höchbergerinnen in Bietigheim-Bissingen nördlich von Stuttgart zwei Spiele der Frauen-Handball-Weltmeisterschaften: Tschechien gegen Ungarn und Norwegen gegen Schweden. Bleibt zu hoffen, dass sie währenddessen viel sportliches Verhalten zu sehen bekommen . . .

Quelle: http://www.mainpost.de/sport/wuerzburg/Aktionen-Handballerinnen-Widerstand-Wenn-sich-der-Gegner-via-Facebook-bedankt;art786,9812761
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